Solsonès

 


El Solsonès

Das Solsonès ist ein Landstrich in den Vorpyrenäen, im Zentrum von Katalonien gelegen. In ihm bilden die kultivierten Flächen mit den ausgedehnten Wäldern und den Anteilen am Hochgebirge eine harmonische Einheit. Es ist aufgeteilt in fünfzehn Verwaltungsdistrikte, doch gibt es nur sechs größere Niederlassungen. Der größere Teil des Landes ist durchsetzt von zum Teil weit auseinanderliegenden Gehöften. Einige von ihnen erinnern noch an die gewaltigen Landhäuser, wie sie schon im 15./16.Jahrh. für Katalonien typisch waren. Nicht zufällig wird deshalb das Solsonés auch die "Region mit den tausend Landhäusern" genannt. In ihrer kaum veränderten Naturlandschaft konnte sich deshalb auch altes Brauchtum bis heute erstaunlich gut erhalten. Für Menschen, die dieses Gebiet kennen lernen wollen, stehen Hotels, Campingplätze, Land-Ferienhäuser, ja sogar Kinderhorte für die Kleinen zur Verfügung. Wer will, kann sich vielseitig sportlich betätigen oder  auch auf Schatzsuche gehen. Er wird auf Perlen alter Baukunst stoßen, vom Neolithikum über die Romanik bis hin zur Gotik.

Die Hauptstadt ist Solsona. Eindeutige Spuren weisen aus, daß hier schon in der Steinzeit, also vor 3000 Jahren Menschen wohnten. Die Stadt bildete sich im 10. Jahrh. Im Weichbild eines schon vorhandenen Klosters und einer Burg. 1594 erhielt sie von König Philipp II. die Stadtrechte. 1953 wurde sie zum Bistum erhoben.

Den Charakter einer ummauerten Stadt hat sich die Stadt bis heute erhalten mit ihren drei - von ursprünglich fünf - Stadttoren (Brücken- Burg- Lloberator). Im Stadtteil Vallcalent sind noch Reste eines Rampart (Befestigungswall) zu sehen. Alle Straßen, die durch den Altstadtkern führen, haben ihren eigenen Reiz. Viele tragen noch den Namen der Zunft, die in ihr früher wohnte und ihr Handwerk ausübte.

Auch in Solsona verfügt über eine einzigartige Folklore. Von den Giganten, Adlern, Pferdchen, Drachen geht, wenn sie tanzen, noch heute die gleiche Faszination aus wie im 17. Jahrhundert, als diese Figuren entstanden. Auch von dem Tanz mit Stöcken, den Kinder aufführen. Zu sehen ist dieses Spektakel allerdings nur am Großen Hauptfest vom 7.-11.September und an Fronleichnam. Daneben ist der Karneval wohl das zweitgrößte Fest, das in Solsona gefeiert wird. Es unterscheidet sich deutlich von anderen Karnevalsfeiern. Die Akteure ziehen in merkwürdigen bunten Kitteln statt in den sonst üblichen Trachten umher und parodieren so noch heute die Händler des Mittelalters. Unverzichtbar auch die "verrückten Giganten" mit ihren künstlichen Gliederarmen, mit denen sie versuchen, auf das Volk einzuschlagen.

Andere Festtermine sind: Sant Antoni im Januar; Karneval im Februar; Sant Isidor am Wochenende nach dem 15. Mai (Bauern- Viehzüchter- und Handwerkerfest); Fronleichnam im Juni; Das Hauptfest im September; ein Festival der Akkordeonspieler im September. Darüber hinaus finden im Sommer an jedem Samstag Konzerte Tanz im Freien statt.

Das Wahrzeichen der Stadt ist die Kathedrale. Von der ersten, romanischen Kirche - geweiht 1163 - sind noch drei Apsiden und ein Glockenturm erhalten geblieben.  Sie wurde
zwischen 1299 und 1630 durch die heutige gotische Kirche ersetzt. Im linken Querschiff trifft sich die Gemeinde zu ihren Gottesdiensten unter einem Barockalter, der der "Mutter Gottes der Barmherzigkeit" gewidmet ist. Im rechten Querschiff liegt die Klosterkappelle mit der "Mutter Gottes des Klosters", einer Skulptur aus schwarzem Stein aus dem 12. Jahrh, die zu den bedeutendesten Kunstwerken aus der Romanik zählt.

Der Bischofspalast, ein repräsentatives Beispiel für den Stil des katalonischen Neoklassizismus, birgt in seinem Innern das Diözesanmuseum Neben viel romanischer und gotischer Kunst zeigt es Gemälde von Sant Quirze de Pedret und Sant Jaume de Frontanyá. Eine besondere Spezialität ist der Raum für Skulpturen aus Salz.

Bei einem Rundgang durch die Altstadt stößt man u.A. auf das prächtige Rathaus aus dem 16. Jahrh, auf den  gotischen Llobera Palast, Teil eines katalanischen Hauses aus dem 15. Jahrh.

Auch die Umgebung von Solsona hat etliche Attraktivitäten zu bieten, schon im Umkreis von 4 km. Da ist der Naturpark "Mare de la Font". Er bietet Erholung und Vergnügung für die ganze Familie. Von El Castellvell, einer Burg mit Heiligtum von El Remei aus dem 15. Jahrh hat man einen wunderbaren Ausblick auf die ganze Region. Dabei entdeckt man Stauseen, Kirchen und andere markante Bauwerke wie die Brücke von Afrau, über die früher das Wasser nach Solsona transportiert wurde. Zu erreichen sind diese Stellen teils auf Wanderwegen, teils per Rad oder per Auto.

 

Clariana - Olius - Navès
Wie gesagt spielen Wälder und Wasser im Solsonès eine wichtige Rolle. Ein herausragender Platz - speziell für Wassersportler -  ist der Stausee von Sant Ponç in Clariana del Cardener. Ein anderer Stausee bei La Llosa del Cavall im Navès liegt in besonders schöner Naturlandschaft. Einmal im Navès, empfiehlt es sich, noch weiter ins alte Katalonien vorzustoßen, z.B. nach Busa, wo das Ensemble von Kirche und Burg von Besora die Blicke auf sich zieht. Weiter auf dieser Straße kommt man auf der Hochebene von Busa bei 1.526 m Höhe zum Capolatell, einer Insel, von der Natur gebildet, die im Krieg gegen Frankreich als Gefangenenlager diente. Wieder auf der Straße nach Berga, erreichen wir die Kirche Santa Margarida, mit bedeutenden archäologischen Relikten. Folgen wir dem Aiguadora-Fluß, so finden wir eine Ansammlung von Mühlen aus dem Mittelalter, erbaut von den Grafen Guifré und den Bewohnern des Klosters Pere de Grau d`Escales. Dieses selbst birgt drei Apsiden, in deren Kuppeln romanisch-lombardischer Stil erhalten geblieben ist. Im Navès feiert man das Hauptjahresfest am 1. Sonntag im Oktober, das Santa Llucia-Fest im Dezember.

5 km von Solsona entfernt, auf dem Weg nach Berga, liegt die Kirche Sant Pere d`Olius, ein besonders markantes Beispiel für die romansich-lombardische Baukunst des 11. Jahrh. Sie hat nur ein Kirchenschiff, doch unter dem erhöhten Altarraum eine große Krypta, ein romanisches Juwel mit ihren drei kleinen Seitenschiffen, die von sechs Säulen getragen werden. Ein paar Meter neben dieser Kirche liegt ein Friedhof in modernistischem Stil, 1919 von Bernardí Martorell gestaltet, z.T. mit in den Fels gehauenen Grabkammern. Die Gemeinde Olius feiert ihr Jahresfest am Sonntag nach Sant Esteve

Llobera - Castellar - Pinell
Die Gemeinden Llobera und Pinell lagen im frühen Mittelalter im Grenzgebiet zwischen Mauren und Christen. Von da her sind die vielen "Aussichtstürme" abzuleiten, die heute in einigen Ortschaften (z. Percamps de Llobera, Vallferosa, Sallent de Pinell), aber auch mitten in den ausgedehnten Pinienwäldern stehen. Es waren Wachttürme, gebaut zur Sicherheit in Zeiten kriegerischer Auseinandersetzungen. Mit 30 m Höhe ist der Turm von Vallferosa der größte unter ihnen. Er hat die Form eines Zylinders. Dort in der Nähe liegt auch der Dolmen von Llobera, eines der größten Megalithgräber in Katalonien.

Llobera feiert sein Hauptfest am 1. Sonntag im Mai und Pinell am Sonntag nach Sant Michael, im September. Ein Besuch in diesen kleinen Bergdörfern lohnt sich immer. Eines davon ist Sant Climenç de Pinell, mit einer romanischen Kirche (12.Jahrh) und einem eindrucksvollen Landhaus mit Wappenemblemen. Unter den anderen Sehenswürdigkeiten bleibt noch zu erwähnen das Landhaus "Closa" in Pinell und die romanische Kirchenruine von Madrona. Sant Climenç. Dieser Ort feiert sein Jahresfest am St. Johannes-Tag, die Gemeinde Pinell am 1. Sonntag nach St. Michael im September.  

Castellar de la Ribara bietet dem Besucher  u.A. historische Reste einer Burg, die Kirche Sant Julià de Ceuró (11.Jahrh) und Sant Andreu de Clarà (12.Jahrh). Letztere ist mit einem Renaissance-Barock-Altar aus dem Jahr 1662 ausgestattet. Ihr Jahresfest feiert die Gemeinde am 15. August

Riner - Pinós - La Molsosa
Die Gemeinde Riner bietet den Besuchern ein "Wunderheiligtum". Am 3. August 1458 soll dort die Hl. Jungfrau drei Hirten erschienen sein. Das sog. "Große Haus" und die Kirche gehören zu den ältesten Gebäuden in dieser Gegend. (16. bzw 18. Jahrh). In der Kirche ein monumentaler Hochaltar in katalonischem Barock, von Carles Morató im 18. Jahrh geschaffen. Mönche vom Montserrat versorgen seit 1901 das Kloster. Andere Anziehungspunkte in der Gemeinde Riner sind die Städtchen Su und Freixinet sowie die Kirche Sant Martí und der 18 m hohe Turm von Riner. Das Jahresfest feiert Riner am St. Sebastianstag (2. So im März), das "Wunder" am ???  Su feiert am 15. August, Freixinet am letzten So im September.
La Molsosa ist überwiegend landwirtschaftlich genutztes Gebiet, doch auch durchsetzt mit Relikten aus der Vergangenheit. So die schon im Jahr 1008 dokumentierte Kirche Santa Maria und die Reste einer Burg. Das Dörfchen Predes beeindruckt, weil es sich den Charakter eines mittelalterlichen Städtchens bewahren konnte, mit vollkommen erhalten gebliebenem Steinpflaster auf Plätzen und Straßen. Das Hauptfest findet hier am 15. August statt.

Odèn - Lladurs
Odèn ist das Land der Hexen und Schmuggler. Allein schon die Landschaft ist so, dass man an Hexen glauben könnte. Und Plätze wie die Höhle von Labri (bei El Florat de la
Grallera), die Ebene von Marcús und die Salzminen haben die Schmugglerpfade von Cambrils hervorgebracht. Andere Plätze wie Coves dels Moros (Höhle der Mauren) oder Cala Rita, ein in den Felsen hinein gebautes Haus, eignen sich für eine Exkursion, sei es per pedes oder per Fahrrad. Als Höhlenforscher kann man sich auch in der Schlucht "Montserrat Ubac" oder beim Klettern in Canalda betätigen.
Odèn verfügt über ein reiches kulturelles Erbe. Dazu gehören die Kirche Santa Cecilia, die Burg von Odèn, die Kirche Sant Martí, die Reste eines Kastells und einer Kappelle von
Remei in Cambrils. Odèn feiert am 15. August, Cambrils am 2. So im Oktober das Hauptfest.
Die romanische Kirche Santa Eulalia de Timoneda ist eins von den vielen Heiligtümern, die von der Gemeinde Lladurs gepflegt werden. Andere sehenswerte Plätze sind die mittelalterliche Burgruine und das Heiligtum von Marsarrùbes, wo das Jahresfest auf den 1. So im September fällt.
Sehr attraktiv ist die Natur im Lladurs, die Pinien-, Eichen- und Steineichenwälder wie auch Naturgebilde, die vom Wasser bizarr geformt wurden, z.B. in El Pont del Clop, in La Ribera Salada. Die Quellen im Lladurs versorgen Solsona seit dem 11. Jahrh mit Trinkwasser. Els Torrents, Montpol, Santa Maria de Lladurs, La Llena und Timoneda gehören zum Verwaltungsbereich Lladurs. Dort wird das Jahresfest am letzen So im Juli gefeiert. Darüber hinaus feiert jede Gemeinde ihr eigenes Fest für ihren Schutzheiligen.

Sant Llorenç - Guixers
Das Gebiet des Vall de Lord, das sich aus den Gemeinden Sant Llorenç de Moryns, Guixers, La Coma i la Pedra zusammensetzt, liegt in einer besonders schönen

Vorpyrenäenlandschaft. Sant Llorenç de Moryns verdankt ihre Entstehung einer Priestergemeinschaft, die vom 9. - 14. Jahrh dort lebte. Bis ins letzte Jahrhundert hinein war die Gemeinde berühmt für ihre Wollkleidprodukte, genannt "piteus". Außerdem ist sie für ihre Wurstwaren bekannt und für die Pilze, die man dort findet. Der Komplex im Stadtkern, bestehend aus romanischem Kloster und Kirche zieht den Besucher in seinen Bann. Im Kircheninneren stößt man auf eine kleine "Kappelle der Mutter Gottes der Berge". Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Kirche der Pietat und die mittelalterlichen Stadttore. Guixers hatte keine Städte aufzuweisen, dagegen herrliche Berge wie den Montcalb, der zu Expeditionen einlädt. In Coll de Jou trifft man auf einen Picknickplatz. In der Nähe der Aussichtspunkt La Creu del Codó. Auch Guixers hat viele kleine romanische Kirchen, z.B. Sant Serni, auf dem Weg zum Puig Aguilar gelegen, ca 20 Minuten Fußweg von der Straße entfernt. Dort werden viele Kirchenfeste gefeiert. In einem treten auch die "Giganten" auf.
Der Festkalender: 1. Sant Llorenç de Moryns Januar: Winterfest S. Antonin Abat; Mai, letzter So: Frühlingsfest; Juni: Fronleichnam; 10.August: Jahresfest; Oktober, 1.So: Herbstfest.
2. Guixers 8.Mai: Jahresfest von Vilamantells; 2.Ostern: Ortsfest; 29. Juni: Jahresfest in Montcalbç; 15. August: Jahresfest in Valls; 2.Ostern: Fest des Altars de Herrn.

La Coma i La Pedra
Dieser dritte Gemeindedistrikt im La Vall de Lord ist zugleich der populärste wegen seiner Abfahrtsloipen auf den Bergen der Gemeinde El Port del Comte. Hier lohnt sich auch ein Bummel durch das Quellgebiet des El Cardener Flusses, mit Verweilmöglichkeit in einem Erholungspark. Noch andere Quellen entspringen in diesem Gebiet, wie z.B. in La Puda, die für ihre Heilkraft bekannt sind.  Grüne Hänge im Sommer, weiße Flächen im Winter, mit Grauwacker erbaute Einsiedeleien und die Kirche in La Pedra - auch Reste einer Burg finden sich dort.
Die Feste in La Coma i La Pedra: 25. April Jahresfest; 16. August: Jahresfest in Sant Roc; Oktober, erster So: Jahresfest in La Pedra.
Zum Schluß ein Wort zur Gastronomie im Solsonès:

Die traditionelle Küche bietet deftige Speisen, wie sie für eine Bergregion typisch sind. Besonders die Fleischgerichte sind hervorragend: Hase, Lamm, Rind, Huhn, Wildschwein usw werden serviert, nicht zu vergessen die mannigfaltigen Wurstarten. Die Zeit der Pilze ist auch eine hohe Zeit für die Gaststätten. Um dies alles genießen zu können, stellt das El Solsonés eine Menge von Gaststätten bereit, von der einfachen Landküche bis zum ausgebufften Schlemmerlokal. Auch das Feingebäck im Solsonés steht in gutem Ruf. Weitere Hinweise über Reisen und Essen im Solsonés bekommt man in jedem Touristenbüro.